Sonntag, 9. Oktober 2016

Mein Erfolgsweg Morbus Crohn zu besiegen ...


Der Weg von schwerer Krankheit hin zu vitaler Gesundheit durch das Paleo Autoimmun Protokoll…

Mein Name ist Andreas, bin 46 Jahre alt und komme aus Silver Spring, Marylan, USA. Im Jahre 1986 erhielt ich die Diagnose Morbus Crohn nachdem ich fast 1 ½ Jahre starke Beschwerden hatte und eine Odyssee an Arztbesuchen hinter mir hatte. Ich war damals heil froh als ich dann endlich eine Diagnose hatte und es nun angehen könnte etwas zu tun, damit diese Beschwerden endlich aufhörten. Die “moderne“ Medizin würde schon ein Heilmittel dafür bereit stehen haben dachte ich in meiner jugendlichen Naivität. Leider war dem nicht so. Mein damaliger Arzt wie auch viele weitere sagten mir dass es eine unheilbare chronische Darmentzündung wäre, die in Schüben verlaufen würde. Zu dieser Zeit gab es als Standartbehandlung der Medizin die Gabe von Mesalazin (heute unter dem Handelsnamen Salofalk bekannt) sowie Kortison.
Anfangs war es auch viel versprechend, da mir das Kortison half die Symptome zu unterdrücken und wieder etwas an Gewicht zulegen zu können. Auch wurden die blutigen, schleimigen Durchfälle durch das Kortison vorerst verdrängt. Das verhalf mir wieder zu Lebensmut. Leider stellte sich über die Jahre heraus das ich in einen Teufelskreis eingetreten bin aus dem ich erst 28 Jahre später entrinnen konnte. In den 28 Jahren ging es immer wieder bergauf danach wieder bergab. Im gleichen Zuge senkte und erhöhte ich die Kortison Dosis immer wieder ohne jedoch das Teufelszeug je ganz ab setzen zu können. Die Nebenwirkungen setzten meinem jungen Körper über die Jahre mehr und mehr zu. Meine Knochendichte nahm rapide ab und meine beiden Augenlinsen trübten sich ein (grauer Starr). Die Lebensqualität beharrte auf niedrigem Niveau obgleich ich immer das Beste aus jeden Tag machte. Ich ließ mich nicht von der Krankheit unter kriegen und vertuschte das ich an Morbus Crohn erkrankt war nach außen hin. Nur die allerwenigsten wussten dass ich von dieser schwerwiegenden Darmerkrankung geplagt war.
In den 28 Jahren ging ich durch tiefe Täler mit immer wiederkehrenden Krankenhausaufenthalten mit anschließenden Rehabilitationen, mehreren Operationen, die dazu führten das ich nur noch etwa 190 cm Dünndarm und etwa 50 cm Dickdarm übrig habe. Zwischen den Operationen musste ich einen künstlichen Darmausgang legen lassen. Dies war für mich und meine Familie (meine Ehefrau und meine zu der Zeit 1 ½ Jährigen und 4 Jährigen söhnen).
Sie alle gaben mir die Kraft und Sinn es durch zu stehen und weiter zu kämpfen. Das war dann mein Tiefpunkt von dem ich mich wieder zurück ins Leben kämpfen musste. Dies erforderte viel Kraft und starken Lebenswillen meinerseits sowie viel Geduld und Stärke von meiner Familie.

In den 28 Jahren vor den diversen Operationen hatte ich viele Therapien ausprobiert wobei die meisten mir nichts brachten außer einem großen Loch im Geldbeutel. Es muss inzwischen ein Mittelklassewagen in diverse Therapien geflossen sein, doch die Hoffnung stirbt bekannt erweise zuletzt. Auch konnte ich in dieser Zeit auch Erfolge verbuchen, die meist mit der Ernährung und Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu tun hatten. Zu der Zeit als ich große Fortschritte machte, nahm ich eine Reihe von Nahrungsergänzungsmittel zu mir als auch Probiotika. Ich bemerkte deutliche Besserung, doch die Kosten von über Euro 400,-- im Monat waren beträchtlich. Nach einiger Zeit erfuhr ich von der SCD Diät und stellte begeistert meine Ernährung um, da ich mir hiervon viel versprach. (Die SCD Diät ist mit sehr wenigen Ausnahmen identisch zu der Paleo oder auch Steinzeit Diät.) Und tatsächlich ging es mir blenden. Ich nahm so wenig Kortision wie niemals zuvor seit der Diagnose und hätte Bäume ausreißen können. Dieser Zustand hielt für ca. 8 bis 9 Monate an. Dann fing ich allmählich mal hier und mal dort zu schummeln und mich nicht mehr an diese Ernährung zu halten. Anfangs ging es gut und allmählich schummelte ich immer mehr bis dahin dass ich wieder in meine alte ungesunde Ernährung zurück verfiel. Das war ein großer Fehler, der eine gewisse Zeit noch gut ging, doch dann alle altbekannten Beschwerden wieder aufkommen ließ. Es ging mir dann sehr schnell wieder Hundeelend bis ich wieder im Krankenhaus landete. Die Nahrungsergänzungsmittel und Probiotika musste ich dann auch irgendwann wieder absetzen, da es auf Dauer nicht zu finanzieren war über Euro 400,-- im Monat aus zu geben. Das war auch nur möglich indem ich auf andere Dinge verzichtete und weil ich zu dieser Zeit noch keine Kinder hatte. Meine damalige Freundin (heutige Ehefrau) konnte nicht verstehen wie ich so viel Geld für diverse Pillen ausgeben konnte. Mir war das Geld nicht wichtig, sondern das es mir wieder gut ging. Da spielte das Geld nur eine Nebenrolle.
So verschlechterte sich mein gesundheitlicher Zustand immer weiter hin bis zu den besagten Operationen. Als ich dann am Boden zerstört war und meinen Künstlichen Ausgang zurück versetzt wurde war eben mein Tiefpunkt nur fast erreicht. Nach der Rückverlegung des künstlichen Darms ging es mir elendig. Ich nahm tagsüber 5 bis 6 mal Loperamid (auch als Immodium akut bekannt) gegen meine starken Durchfälle. Mein Gastroenterologe verschrieb mir ein spezielles Opium Präparat das ich in Tropfenform zu mir nehmen konnte um gegen das sogenannte Kurzdarmsyndrom an zu gehen. Ich musste tagsüber ca. 15 oder 20 Mal auf die Toilette. Wenn ich nicht schnell genug ging landete mein Darminhalt in der Hose. Nachts musste ich 2 bis 3 mal aus dem Bett, um meinen Darm zu entleeren. Das erschöpfte mich sehr und nahm mir viel Kraft. Hinzu hatte ich eine Analfissur, die zudem äußerst schmerzlich war. Es kann sich keiner diese Schmerzen bei jedem Stuhlgang vorstellen. Es war kaum aus zu halten. Ich bin wirklich kein Jammerlappen und durch mein Werdegang gewohnt einiges weg zu stecken, doch das war unglaublich! Die Opiumtropfen konnten wenigstens die Häufigkeit der Durchfälle reduzieren, doch war es trotz allem sehr beschwerlich. Das konnte so nicht weiter gehen. Wie lange sollte ich diesen Zustand noch aushalten ??? Ich habe es mehr oder weniger für 6 bis 7 Monate “ertragen“ doch reichte es mir jetzt Endgültig ! Es musste etwas geschehen. Die Ärzte waren am Ende ihres Lateins. Es war der zeitpunkt gekommen wo ich mein Leben selbst in die Hand nehmen musste. Und das tat ich dann auch. Ich gesinnte mich zurück zu meinen früheren Erfahrungen, recherchierte in vielen Büchern und im Internet. Auch erinnerte ich mich an die SCD Diät zurück. Schließlich stieß ich auf die Paleo Diät (auch Steinzeit Ernährung genannt). Es gab da noch eine für Autoimmunkrankheiten spezialisierte Variante der Pale Ernährung. Es war das Paleo Autoimmun Protokoll (kurz AIP genannt). Ich setzte mich damit auseinander und befolgte diese Ernährung – und siehe da er ging mir allmählich besser und besser. Schritt für Schritt kämpfte ich mich wieder zurück ins Leben um mich wieder wie ein Mensch zu fühlen. Inzwischen befolge ich die weniger eingeschränkte Form der Paleo Ernährung bzw. Diät. Wenn man das Autoimmun Protokoll eine bestimmte Zeit befolgt, dann kann man nach und nach einige Lebensmittel wieder einführen, die im Autoimmun Protokoll nicht erlaubt waren. Es wird immer nur eines dieser “verbotene“ Lebensmittel eingeführt, um zu testen und beobachten wie diese vertragen werden. Ich konnte die Allermeisten vertragen so dass ich weitestgehend mich nach der normalen Paleo Diät ernähre (mit ein paar wenigen Ausnahmen). Es ist der Wahnsinn was diese Diät zusammen mit ein paar Begleitmaßnahmen bei mir bewirkt hat. Dieser Erfolg beflügelte mich diesen Blog zu schreiben und meine Erfahrung mit anderen Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa Betroffenen zu teilen. Ich wünschte ich hätte schon viel früher diese Informationen und Hilfestellungen gehabt. Ich bin mir sicher dass mir dadurch die Operationen und viel Leid erspart geblieben wären. Hier in meinem Blog versuche ich alle relevanten Informationen und Hilfestellung bereit zu stellen – möglichst übersichtlich und gegliedert.

Ich hoffe vielen mit diesen Informationen weiter helfen zu können.


Alles Gute und vor allem gute Gesundheit !